Die letzten sechs Wochen in Melbourne waren dann wieder sehr einseitig. Nachdem wir vier Wochen in der Bruce St. gelebt haben, war es an der Zeit, unsere Ansprüche etwas hochzuschrauben (ausnahmsweise!). Wir zogen in die nur etwa 500m entfernte „Bell City“, ein Hotel – und Apartmentkomplex der Hotelkette Rydges!

Dieses Angebot aus einem tollen Viererzimmer, Fitnessstudio und Pool, sowie Billardraum und pipapo konnten wir uns deshalb leisten, weil wir eben zu viert waren. So kostete das Viersternezimmer genauso viel, wie unsere Wohnung in der Bruce St. Nachdem wir fünf Minuten im Zimmer verbracht haben, und die hübsche Kimberly uns den Schlüssel überreichte, war die Wohnung schon ein einziges Chaos. Nicht mal den Fußboden konnte man vor lauter Klamotten noch sehen. Trotzdem bemühten wir uns, die Wohnung sauber zu halten (bzw. wir wussten, dass die Putzfrau immer Donnerstag kommt, und räumten demnach den kompletten Fußboden auf die Betten;)).

Mit der neuen Wohnung änderte sich auch einiges im Arbeitsleben. Robin und Konsto nahmen auch den Job im Lager bei „General Pants“ an, den Lukas und Geyer schon ein paar Wochen machten. Robin schmiss seinen Job als Dishy hin, nachdem die Gehaltserhöhung abgelehnt wurde, Konsto behielt seinen Job bei Octopus als Wochenendjob. So standen wir jeden Morgen zu viert um halb 5 auf, gingen um 5 aus dem Haus, stiegen um 10 nach 5 in den Zug, stiegen um viertel vor 6 an der Flinders Station in der Stadt in einen anderen Zug, fuhren von dort 30 Minuten bis nach Tottenham und mussten noch ca. eine halbe Stunde laufen ;) Der Weg zur Arbeit war also nicht gerade optimal, dafür konnten wir aber auf einfachste Art und Weise Geld verdienen. Lukas und Robin machten „Putaway“, also räumten die Boxen in Regale ein und scannten den Lagerplatz; Konsto sammelte die Boxen von vorne und fuhr sie den beiden immer aufs Neue zum Einräumen hin.

Dazu muss man sagen, dass die Pausen immer um einige Minuten ausgeweitete wurden, hier und da ein Schwätzchen gehalten wurde und wir uns die letzte Stunde am Tag sowieso meistens nur zwischen den Regalen versteckt haben, um nichts mehr tun zu müssen. Diese Einstellung lebten wir aber nicht vor, sondern imitierten sie nach ;) So locker hat bislang niemand von uns Geld verdient.

Nach der Arbeit stand für Lukas und Robin meistens nichts mehr an. Konsto meldete sich beim Port Melbourne Soccer Club an und trainierte dreimal pro Woche in der U23 mit. Das Training  bestand hierbei (ähnlich wir beim Rugby) hauptsächlich aus rennen, tackeln, grätschen und foulen;) Trotzdem machte es nach einem halben Jahr riesigen Spaß zu kicken.

Lukas und Robin hielten sich derweil im hauseigenen Fitnessstudio in Form oder gingen joggen. In der trainingsfreien Zeit verbrachten wir viel Zeit in der Stadt, schrieben an unsere Liebsten zu Hause oder gammelten einfach im Zimmer und schauten uns englische Sitcoms (Victorious!!) an;)

Am 4.Mai war dann der Tag gekommen, an dem endlich alle aus dem Teenageralter raus gekommen sind: Konsto wurde 20! An dieser Stelle muss ich (Konsto) mal ein kräftiges Lob an meine Kollegen ausdrücken, die mir abends um 11 nach dem Fußballtraining noch einen Geburtstag bereiteten, den ich nie vergessen werde! Die beiden kauften einen Schokokuchen (ein Gericht, das wir uns eigentlich nie leisten würden), den wir dann gemeinsam aßen. Dazu gabs Socken mit Kängurus drauf (da Konsto immer Löcher in den Socken hat) und einen Geldbeutel in Aussiestyle, da Konsto seinen (mal wieder) verloren hat. Im Anschluss gönnten wir uns noch ein Geburtstagsrettchen und tranken Öttinger :D

In den letzten Wochen in Australien wollten wir das Leben der Stadt noch einmal in vollen Zügen genießen. Der Blick auf unser Konto wirft uns jetzt doch ein kleines Lächeln auf die Backe, aber sparen wollen wir auch nicht zu viel. So verspielen wir am Abend mal locker ein Tagesgehalt von 160$ im Casino (jeder) oder gehen dort einfach mal schön essen. Schön ist hier vielleicht doch das falsche Wort… es war anfangs schön, doch hat es uns so gut geschmeckt, dass wir beim Buffet einfach keine Grenzen kannten und alles in uns reingestopft haben, was ging: Legendär hierbei das Eis von Geyer, der so viele Kugeln auf einmal essen wollte und deshalb den Unterbau mit drei Hörnchen gleichzeitig geformt hat ;)

Nach dem Essen konnten wir uns im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr bewegen und taumelten zurück zum Zug. Darüber hinaus gingen wir jetzt regelmäßig auf einen Kaffee in die Stadt und gönnten uns auch abends mal ein, zwei…., drei, vier, fünf, vielleicht auch sechs, sieben, acht, neun Bierchen im Flinders Pub ;)

Zwischenzeitlich mussten Lukas und Konsto nach einer Spätschicht immer mal wieder am Bahnhof schlafen, weil sie den letzten Zug um wenige Sekunden verpasst haben und auf den nächsten um halb 5 morgens warten mussten… aber da kommt man auch durch. Einmal wurde der Zug nicht nach Preston, sondern direkt nach Tottenham zur Arbeit genommen, woraus ein unglaublich harter Arbeitstag resultierte! Aber wie gesagt: Alles halb so wild.

Was dafür aber viel besser als erhofft lief, war der Verkauf unseres geliebten Mopeds! Wir verkauften es zwar unter dem Kaufpreis, dafür war der Wechselkurs inzwischen zu unseren Gunsten gefallen, weswegen jeder von uns nur schlappe 300$ dafür bezahlt hat, um sechs Monate zu fahren, kochen, schlafen… um einfach zu leben in dieser Karre! Ein paar kleine Reparaturkosten sind zwar angefallen, trotzdem war dieses Moped nicht nur sagenhaft, wir haben auch mit ihm unser Geschäft des Lebens gemacht! Nach einer letzten Rundum-Polierung glänzte das Moped auch wieder wie am Anfang !

In sechs Monaten Reisezeit im Moped sind wir rund 25000km gefahren, haben etwa drei Gasflaschen verkocht (ca. 300 mal Nudeln und Reis), haben jeder 200mal drin geschlafen, zwei Räder gewechselt und vieles mehr. Das Moped war stets treu, unproblematisch, hat uns durch fünf Bundesstaaten geführt, war kuschelig und ein guter Ort um abends zu feiern! Es konnte uns sogar einmal auf 140km/h beschleunigen! So schnell wie Superman!

Und so zählten wir Tage unwollend runter. Aus vier Wochen wurde eine Woche, aus einer Woche schließlich der vorletzte und der letzte Tag in Australien. Wir nahmen uns die letzten zwei Tage frei und verbrachten die Zeit damit, noch ein letztes Mal australische Luft am Südufer des Yarra River zu schnuppern.

Einen ganzen Tag verbrachten wir noch da unten und hatten durchgehend ein ziemlich komisches Gefühl im Magen… Den letzten Spaziergang genossen wir aber in vollen Zügen und wollten eigentlich garnicht Richtung Heimat. Auf dem Weg in Richtung Flinders Station gammelten wir noch ein Weilchen am Fed Square, aber mussten dann schnell zurück in die Wohnung.

Beim Rucksackpacken (mittags) taten wir uns noch was Gutes: Wir tranken Whisky, den wir uns seit gut einem halben Jahr aufgehoben haben;) Dann verabschiedeten wir uns schonmal von unsrem noblen Anwesen, bevor wir unsere Backpackerrucksäcke an die Rezeption schleppten und schließlich in den Kofferraum des Taxis. Der Weg zum Flughafen war uns bekannt, da wir von dort aus auch nach Tasmanien flogen, trotzdem war es diesmal komplett anders. Am 25. Mai 2011 starteten wir in Melbourne und blickten ein letztes Mal auf die Stadt zurück. Eigentlich blickten wir nicht nur auf die Stadt, sondern auf das ganze Land zurück. In den folgenden Flugstunden flogen wir nämlich noch einmal komplett über den Kontinent, mitten übers Outback ;) Dann war aber irgendwann kein Land mehr in Sicht und wir verließen Australien endgültig…

Das Ende unserer Reise war dies aber noch nicht: Noch ein paar Flugstunden standen uns bevor und wir landeten in Singapur, wo unser Abenteuer (fast) an der Ziellinie angelangt war ;)

So, Freunde der Sonne! Wie wir es in unserem Tassy-Eintrag schon vorweggenommen haben, musste es jetzt mal wieder an die Arbeit gehen. Nach unserem letzten Gehaltcheck sind knapp drei Monate vergangen und keinem von uns wirft der Blick auf unsere Bilanzen ein Lächeln auf die Backe… In Melbourne haben wir viel vor! Darüber hinaus müssen wir zusehen, dass wir unser geliebtes Moped loswerden (und dabei nicht allzu viel Verlust einbüßen), eine Wohnung finden und schließlich unseren Asienaufenthalt und anschließenden Heimweg planen! Ganz recht: Wir haben uns entschieden, einen zweiwöchigen Zwischenstopp in Singapur und Malaysia einzulegen, bevor wir wieder nach Hesse fliesche. Aber fangen wir, wie immer, von vorne an.

Am 15.02. landeten Lukas und Konsto wieder am Melbourne International Airport. Wir schliefen die folgende Nacht noch in einer Parkanlage in den Suburbs der Stadt und fuhren am nächsten Morgen in die City. Im Melbourne Central Shopping Center treffen wir dann ganz zufällig unsere Schulkameradin Johanna wieder! Sachen gibts! Natürlich musste so ein Zufall gefeiert werden und wir verabredeten uns am Abend in einem ziemlichen Drecksschuppen in der King St., der Partymeile der Stadt schlechthin.

Robin war an diesem Abend irgendwie auf Kriegsfuß mit Konsto, alles spaßig natürlich (sowas passiert, wenn man über ein halbes Jahr mit jemandem zusammen lebt;)), doch Konsto wollte ihm dann als Konter eine kleine Backpfeife geben und haute ihm doch die Lippe blutig :D Wir lachten aber beide drüber und hatten viel Spaß an dem Abend.

Vielleicht lag die ganze Aufregung bei Robin auch darin, dass ihn seine Freundin Kathrin aus Kanada besuchen kommt! Die beiden machen sich für eine Woche nochmals an die Great Ocean Road und haben eine tolle Zeit zusammen nach einem getrennten halben Jahr  Wie schöööööön ;) Unterdessen machten wir zwei Banausen uns schon an die Suche nach Arbeit und Wohnung. In der Zeit ohne Van lebten wir im Discovery Hostel in der City. Konsto war mal wieder der Frühstarter was Arbeit finden angeht und bekommt ganz nach seinen Vorstellungen und Träumen einen Job als Jugendtrainer in einer Fußballschule! Laut Gespräch soll er dort 100$ die Stunde bekommen!!! Da sich dies aber nur auf ca. 10 Stunden pro Woche belief, ging die Suche weiter. Ansonsten gibt es zu diesem Zeitpunkt keinen Erfolg zu verbuchen….dabei wird das Geld doch so knapp!! Ein paar Tage später finden wir zwei dann doch noch etwas: Lukas soll, genau wie Robin und Konsto in Brisbane, als Glassy in einer Bar arbeiten. Diese Bar hat aber nur am Wochenende genug Betrieb, weswegen Lukas sich vorerst mit zwei Schichten in der Woche zufrieden geben muss. Für Konsto hat sich der Traum vom Nationaltrainer Deutschlands auch in Luft aufgelöst, da er in der Fußballschule doch nichts verdient und den Job dann auch hinschmeißt. Am selben Tag bekam er aber einen Job bei einer Hospitality Agentur, die ihr Personal an Events (Formel 1, Tennis, Football etc.) oder Restaurants vermieten. So kann er immer woanders Teller wegräumen, dazu aber später mehr ;) In einer Nacht – und Nebelaktion entscheidet sich Lukas noch schnell für einen Trip zum Wahrzeichen Australiens – dem Ayers Rock. Am 26.02. fliegt er für drei Tage dorthin…. Aber denkt nicht, dass Konsto jetzt ganz allein in der Stadt gelassen wird, nenene, Robin kommt am selben Tag wieder nach Melbourne, nachdem er seine Frau zurück nach Kanada geschickt hat ;) In dieser Zeit finden Robin, Konsto und der mit uns wohnen wollende Geyer eine Wohnung in Preston, einem Suburb nördlich der Innenstadt. Die Vermieterin ist eine störrische Asiatin, die jeden Tag mindestens einmal ohne zu Klopfen in der Wohnung rumläuft und anderen Asiaten UNSERE vier Wände zeigt – einfach schrecklich. Ansonsten ist die Wohnung mit zwei Schlafzimmern und einem Wohnraum mit Küche auf ca. 30m² aber ok.

Lukas lebt die Zeit in der Wohnung heimlich, weil wir, um Geld zu sparen, nur drei Personen bei der Asiatussi angemeldet haben ;) Fuchs kann man nicht werden, Fuchs ist man! Vom 01.03. bis zum 01.04. leben wir also in Preston, Bruce St.31, was eine interessante Zeit war. Schon bei der Wohnungseinweihung (die bis morgens um 6 ging) trat Robin ein Loch in die Wand zwischen Schlafzimmer und Wohnzimmer… keine 24 Stunden dort gelebt und schon ein Loch in der Wand, das muss man erst mal schaffen ;) Wenn die Vermieterin in die Wohnung reinplatzte, flüchtete Lukas immer durch den Hintereingang in den Garten, was oftmals seeeehr knapp war, aber gut ging ;) Bis zur Stadt fuhr der nahe gelegene Zug ungefähr eine halbe Stunde und da wir eigentlich jeden Tag in die Stadt gefahren sind, kannten wir die 15 Stationen bis nach Preston schon nach einer Woche auswendig;)

Aber zurück zum Zweck von Melbourne – der Arbeit! Robin fand einen Job als Dishwasher in einem kleinen Restaurant, wo er einen Batzen Stunden bekommt – in einer Woche sogar an die 70 Stunden! Der Verdienst beläuft sich allerdings nur auf 13 Dollar die Stunde, was für die harte Arbeit sehr wenig ist. Trotzdem macht Robin (mit den Händen einer Wasserleiche) ständig weiter und verdient eine Menge Geld! Konsto ist mit seinem Job bei Octopus Hospitality auch happy. Inzwischen hat er einige Male beim “Aussie Rules“ im Stadion Bier gezapft, in einer Privatschule Sekt ausgeschenkt, ist im Exhibition Center mit einem Tablett voll Wein rumgedappelt und hat sogar im Casino beim Japaner die Teller von Lionel Richie weggeräumt ;) Lukas hat einen neuen Job als Lagerist gefunden, wo er Pakete packen oder in Regale einräumen muss, auch ein lockerer Job, der mit guten 20$ belohnt wird.

Am 04.04. stand uns dann noch ein geiles Event bevor! Wir kauften uns drei Karten für das erste Rennen der Formel 1 im Jahr 2011, dem Grand Prix von Melbourne! Konsto arbeitete dort schon von Donnerstag bis Samstag bei den Vorrennen und der Quali als Runner bei den VIPs, wo er drei Tage lang Essen und Trinken in die Logen schleppte. Am Sonntag wollten wir dann aber zu dritt das Rennen von der Marc Webber Tribüne genießen, die genau auf Start-Ziel steht. Schon am morgen fuhren wir in Deutschlandtracht mit der rappelvollen S-Bahn auf das Gelände und schauten uns einige Shows, Vorrennen wie den Porsche Carrera Cup und Autoausstellungen an.

Eine halbe Stunde vor dem Ausschalten der Ampeln waren wir dann auf unseren 200$ billigen Plätzen. Konsto hatte die anderen zwei schon vor der Lautstärke der F1 Autos gewarnt, aber trotzdem wollten wir – wenigstens die erste Runde – ohne Ohrenstöpsel auskommen. Als aber dann bei der Einführungsrunde Sebastian Vettel im RedBull an uns vorbei donnerte war der Schmerz in den Ohren brutal krank, ohne scheiß. Wir drückten uns hektisch die grünen Teile in die Ohren, um beim Start nicht von der Bank zu fallen! Selbst mit Stöpsel war es immernoch sehr laut, aber das gehört dazu;)

Um 1 standen dann alle Flitzer startbereit an der Linie, Vettel ganz vorn, Schumi dümpelte irgendwo auf der 10 rum.

Über die ganze Zeit hatte Vettel gar keine Probleme damit, den Sieg einzufahren. Der Vorsprung vor Button und Hamilton wuchs von Runde zu Runde und dann stand dem Sieg unseres Landsmanns nichts mehr im Wege ;) Wenig später wurden die Tore zur Strecke geöffnet und wir drei rannten was das Zeug hielt zum Zaun vor dem Treppchen. Konsto hing am Zaun und konnte die Sektspritzerei der drei Besten live miterleben ;)

Mit lautem Tinnitus im Ohr ging dann ein richtig geiler Tag zu Ende, den wir noch lange in Erinnerung halten werden. Wer behaupten kann, er habe Vettel in Melbourne siegen sehen, hat etwas erlebt, das nicht jeder vorweisen kann.

Selbst nach jetzt 7 Monaten zusammen können wir uns nach all diesen Highlights immer noch ein Highlight setzen, das die Reise als Ganzes noch besonderer und unvergesslicher macht. Da muss man allmählich aufpassen, dass man die kleinen Dinge an Australien nicht vergisst ;) Memo an uns selbst: Bald weiter schreiben!

Nach der Great Ocean Road setzten wir uns noch ein Highlight, bevor es zum eher eintönigen Abschluss unseres Trips in Melbourne (jede Menge Arbeit) kommen sollte: Wir bereisten Tasmanien! Das Inselchen ist der südlichst gelegene Fleck Australiens und ungefähr halb so groß wie Deutschland.. von oben bis unten ca. 400km Durchmesser. Demnach ließen wir uns auch volle zehn Tage Zeit für “Tassie”, wo es immer einige Grad kälter ist als auf dem Festland. Doch fangen wir mal ganz von vorne an: Beim Buchen der Reise fiel uns auf, dass die Fahrt mit der “Spirit of Tasmania” Fähre ziemlich teuer ist, wir aber trotzdem unser Moped dort rüber schaffen mussten. Demnach buchten wir ein Fährenticket für Robin und zwei Flugtickets für Konsto und Lukas! Damit waren aber längst noch nicht alle Probleme beseitigt, denn die Fahrt mit der Fähre plus die Fahrt im Moped vom Norden der Insel bis nach Hobart im Süden dauert einen vollen Tag, weswegen Lukas und Konsto eine Nacht am Flughafen verbringen mussten, um Robin dann am Hobart Airport wiederzutreffen.

Robin brachte uns zwei dann am 5. Februar an den Melbourne Airport und fuhr von dort aus zur Fähre…. nun standen Konsto und Lukas da und hatten 21 Stunden rumzukriegen… Nachdem der erste Film zu Ende geschaut wurde liefen wir zwei einige Stunden durch die Terminals, schauten den Fliegern zu, musterten Leute, aßen im Foodcourt und suchten natürlich einen Schlafplatz für die Nacht. Dann fiel uns auf, dass es ein Hilton Airport Hotel gibt und so unterstützten wir Paris und ihren Lifestyle, indem wir uns ein Bier in der Lounge gönnten und dabei die Klänge von Jazzmusik genossen:P An dieser Stelle kann man sagen: Backpacking ist schon was sehr feines! Dann wurde es aber dunkel in der Welt *dadadadam* und wir kehrten wieder im Terminal 2 Gate 14 ein, wo ein ungemütlicher Fußboden, eine Eiseskälte und Lautsprecheransagen im Abstand von zehn Minuten auf uns warteten :/ Die Nacht war auch wahrlich nichts, wovon man schwärmen kann: Nach einigen Stunden Halbschlaf wechselten wir den Schlafplatz, weil es einfach zu kalt war. Konsto fand zwei Rollstühle, in denen er mit abgeknicktem Hals einige Stunden lag, Lukas lag neben ihm auf dem harten Boden.

Dann wurde es aber endlich hell und wir stiegen um 11 Uhr in den Flieger, der um halb 1 in Hobart (oder Hobbatt, wie wir es aussprechen) landete.

Robin und das Moped waren auch pünktlich zur Stelle und wir fuhren erstmal auf einen Rastplatz, um Pläne für die zehn Tage zu machen. Da wir so viel von Tassie mitnehmen wollten, wie es nur ging, machten wir einen recht straffen Plan: In einer Woche wollte wir gegen den Uhrzeigersinn eine Runde um die Insel chuppern, was sich auf ca. 1000km beläuft!

Wir hatten also keine Zeit zu verlieren und fuhren ins 60km entfernte Dunalley, wo wir zuerst den Blick auf die Pirates Bay genossen!

Danach schauten wir uns ein echt cooles Naturspektakel an, ein Blowhole :D Das Wasser hat dort über Jahrtausende ein riesiges Loch in die Felswand gegraben. Wenn eine Welle kommt und das Loch gefüllt wird schießt die Luft raus und es gibt ein lautes Zischen, klingt komisch, ist aber so, glaubts mir :D Darauf folgte noch eine Klippenwanderung (wieder mal alle Schilder ignoriert), bei der wir einige Meter in das Blowhole reingehen konnten… bei Ebbe natürlich;)

Die Nacht verbrachten wir zusammen mit 20 anderen Campern auf einer großen Wiese, dann gings aber auch schon weiter nach Port Arthur, einer Gefängnisinsel für die Bösesten der englischen Bösewichte. Dort waren wir allerdings zu spät dran und entschieden uns, dieses rauhe Pflaster am letzten Tag ins Tassie zu besichtigen. Trotzdem fuhren wir an Tag Nr.2 noch ein Stück richtung Norden, doch nahmen keine befestigte Straße, sondern eine Dirt Road! Es ging mitten durch den Wald und über Berge, Felder und an verrammelten Häusern und Dörfern vorbei, also zu Stellen, die der “normale Touri” gar nicht sieht.. aber wir sind ja auch nicht normal;)

Als wir dann wirklich mitten im Nirgendwo waren, kam Konsto auf die Idee, dass sich doch zwei von uns auf hintere Trittblech stellen könnten, während der Dritte fährt:P Gesagt, getan… wir hatten einen riesen Spaß! Vor allem als die Straße schlechter wurde, wurden die zwei wirklich durchgeschüttelt:D

Nach 30km Dirtroad nahm der Spaß dann aber (vorerst) ein Ende und wir fuhren noch um die 150km zum Wineglass Bay National Park und holten uns am Abend schon alles Infos zur langen Wanderung ein, die am nächsten Tag bevorstehen sollte.

Dort wanderten wir dann ca. 4 Stunden! Zuerst bestiegen wir einen Berg und gingen auf der anderen Seite wieder runter, danach führte ein Pfad durch den Wald zum Strand und von dort gings auf Felsen wieder zurück.

Als wir am Parkplatz ankamen, warteten dort einige Kängurus darauf, von netten Menschen gefüttert zu werden:P Obwohl das verboten ist, haben wir den Beuteltieren eine Scheibe Käse gegeben, in die dann – mit Verpackung – reingebissen wurde:D

In den nächsten Tagen schauten wir uns einige Buchten an, fuhren immer mal ein Stückchen Dirtroad und waren schließlich schon eine halbe Runde gefahren und in Launceston angekommen. Dort gab es einen echt schönen Park mit einem See aus Wasser aus den Bergen. Der Fluss ist mit Felsen eingebettet, die perfekt zum Klettern geeignet sind und das ließen wir uns natürlich nicht nehmen! Dort wurde auch das erste Mal in Tasmanien – nach einem Abstecher im Pool – geduscht:D Aber keine Sorge, Deo war genug am Start;)

Das nächste Ziel von dort aus war der Cradle Mountain National Park, der als bester Nationalpark Tasmaniens und einer der besten in ganz Australien bekannt ist. Will man von oben bis unten Wandern, muss man ca. 200km laufen….das war uns dann doch ein bisschen zu viel und wir beließen es bei 10km;) Wir hatten echt scheiß Wetter und arschkalt war es auch noch, aber wer eine Wanderung auf 800m über NN in einem Gebiet macht, wo ab und zu auch Schnee fällt, muss damit rechnen! Im Grunde genommen machte das aber auch die Wanderung zu einem echten Highlight, da über den Seen zwischen den Bergen einen riesiger Nebelschleier hing und oben auf den Bergen der Wind pfiff und der Regen auf die Klamotten peitschte *grrr* :D

Schon nach den ersten Kilometern brannten die Oberschenkel vom Bergsteigen und die Pfade hatten es echt in sich! An einigen Stellen war auch ein Seil befestigt, an dem man sich hochziehen musste, da die Felsen rutschig vom Regen waren! Aber das ist ja genau die Action, die wir brauchen und lieben! Eine Gruppe voller Asiaten war davon sichtlich nicht begeistert… so sahen zumindestens ihre Gesichter aus:D Immer wieder ging es also bergauf und bergab, an Seen , durch Schlamm und Baumwurzeln und tollen Ausblicken vorbei;)

Nach einigen Stunden kamen wir dann völlig durchnässt mit Stinkesocken am Van an und sahen sogar noch ein kleines fettes Wombat auf dem Rückweg… dieser Tag wird echt unvergesslich bleiben und schon jetzt sehnen wir uns nach einer Wanderung wie dieser!

Am nächsten Tag hatten wir dann eine lange Fahrt vor uns, um im Zeitplan zu bleiben. Wir mussten 300km richtung Süden fahren, um pünktlich in Hobbatt, der größten Stadt Tasmaniens anzukommen. Allerdings kann man in Tassie nicht 300km in drei Stunden fahren, da es nur einen Highway gibt, der strack von oben nach unten geht. Wir waren jedenfalls weit davon weg und fuhren die ganze Strecke auf einer Serpentinenstraße durch die Berge, wofür wir ca. 6 Stunden – inkl. zwei Abstecher bei Wasserfällen – benötigten.

Am Nachmittag kamen wir dann aber schon in Hobbatt an und hatten Glück, dass Markt am Hafen war. Dort sah Robin auch sein Traumschiff am Hafen “liegen”, mit dem er um die ganze Welt fahren würde.

Dort schlenderten wir etwas umher, kauften komische Pommes und gingen dann nochmal kurz in die Stadt rein, wobei kurz auch wirklich gereicht hat… Am Abend fuhren wir dann wieder nach Port Arthur, um am nächsten Tag etwas Sightseeing zu machen.

Wie oben schon erwähnt wurden die Schlimmsten der Schlimmen vom Festland auf die Insel geschickt, um dort ihre Strafe zu verbüßen. In Port Arthur fand das alles seinen Sitz in Form eines Gefängnisses für einige hundert Insassen, darunter auch ein Kindergefängnis inklusive Friedhof auf einer extra Insel. Als wir dorthin kamen, waren wir aber erstmal erstaunt, wie “gut” es den Leuten dort eigentlich ging. Es gab Betten für die Häftlinge, eine Krankenstation und jeden Tag anderes Essen (bzw. Haferschleim mit wechselnder Geschmacksrichtung), darüber hinaus wurde niemand auf Lebenszeit verurteilt und gute Führung wurde auch belohnt.

Das war für uns erstmal komisch, da jeder denkt und sagt, dass es der Horror gewesen sein muss, dort zu sein. Wie auch immer… wir besichtigten das ganze Gelände und hatten sogar auch Zutritt zu den Gemächern des Colonels und seiner Familie, die gelebt haben wie die Könige während alle anderen am schuften waren.

Am Ende machten wir noch eine Bootsfahrt um den Hafen und am Kindergefängnis vorbei, bevor wir uns wieder Richtung Moped machten.

Und nuuun…. geht das selbe von der Einreise nach Tasmanien wieder los: Robin lädt Lukas und Konsto mit Toast, Wurscht, Käs, Salad, Kuche, Schmuddelheftche, Laptop und diesmal mit Schlafsack und Goon am Flughafen ab und fährt die 300km wieder hoch zum Anlegeplatz der “Spirit of Tasmania” in Devonport, wo am nächsten morgen die Fähre ablegt. Lukas und Konsto haben diesmal 39 einhalb Stunden auf dem Miniflughafen, wo es keinen Foodcourt oder ein Hilton gibt… Voller Vorfreude (haha) schlagen wir unser Lager in einer Sitzecke auf und machen es uns gemütlich.

Diesmal ist es auch echt angenehmer, da wir beide einen Schlafsack mithaben und wir fangen aus Langeweile an zu essen und Worms Armageddon zu spielen. Um 11 Uhr abends wartete dann aber eine unangenehme Überraschung auf uns: Der Flughafen wird von 11 bis 3 Uhr morgens geschlossen, da er so klein ist! Wir zwei müssen also unseren Krempel zusammenpacken und draußen in der Bushalte gammeln :/

Trotzdem müssen wir gestehen, dass wir das echt cool fanden.. wir hatten alles dabei und nutzten die Zeit und deren Verschiebung, um unsere Lieben zu Hause anzurufen und schwuuuuppp!! waren die Türen schon wieder offen! Dann schliefen wir wirklich gut, die Sonne schien am nächsten Tag und wir zwei gingen abwechselnd ein Stück spazieren:D In der nächsten Nacht killten wir den Goon und zockten wieder alle Spiele durch, die wir auf dem Laptop finden konnten, aßen dazu den Rest vom Schokokuchen und genossen das alles einfach.

Dann freuten wir uns aber echt (hey), dass wir am Morgen des 15. Februars in die Maschine steigen konnten und von Robin in Melbourne abgeholt wurden ;)

Nun ist das eigentliche “reisen” vorerst abgeschlossen… trotzdem werden die restlichen drei Monate in Melbourne garantiert noch eine geile Zeit (aber das erfahrt ihr – und auch wir – im nächsten Eintrag)!

Nach zwei ereignisreichen Tagen in Melbourne mit dem Halbfinale der Australian Open, dem Nationalfeiertag „Australia Day“ und natürlich dem Abschied von Konstos Eltern ging es für uns fünf direkt weiter zum nächsten Reiseziel – die „Great Ocean Road“!

Dieser Abschnitt an der Südküste Australiens beschreibt sich durch seine direkt am Meer verlaufende Serpentinenstraße, die sich entlang der Küste schlängelt und perfekt in die wunderschöne Landschaft eingliedert.

Voller Vorfreude machen wir uns also am Montag, den 28.2 auf in Richtung Geelong, was die zweitgrößte Stadt Victorias ist und noch vor dem eigentlichen Start des 150 Kilometer langen Küstenabschnitts liegt. Nachdem wir uns mit ausreichend Verpflegung eingedeckt hatten und ein kurzer Abstecher in Australiens Surferhauptstadt Torquay gemacht wurde, konnte es also endlich losgehen und wir passierten kurz darauf bei schönstem Wetter das Tor zur „Great Ocen Road“!

Schon nach wenigen Minuten wussten wir genau, warum alle zuvor gehörten Berichte über das Teilstück zwischen Melbourne und Adelaide voller Begeisterung und Schwärmereien waren! Nur um das Gefühl kurz zu vermitteln: Man sitzt mit seinen Freunden und bester Laune im eigenen Campervan, grölt zur guten Musik aus den Boxen , sieht das Meer links und die von Pflanzen bewachsenen Felswände rechts neben sich und fährt auf einer sich der Landschaft anpassenden Straße Richtung Sonne – einfach unglaublich!

Am ersten Tag führen wir bis Lorne, was sich als sehr beliebtes Touristenziel mit kleiner Partymeile in Strandnähe beschreiben lässt. Dort verbrachten wir den ganzen Tag am Strand und genossen das ideale Sonnenbrand-Wetter! … Natürlich haben wir uns entsprechend eingecremet und uns anders als an Neujahr nicht den Krabben-Look verpasst! ;-)

Selbstverständlich sollte die „Partymeile“ uns am Abend auch kennenlernen und wir fünf stürzten uns nach ein Paar Gläschen Wein ins Nachtleben. Die eher verhaltene Stimmung in Bar Nr.2 sollte sich bald ändern, als wir den Jungesellinnenabschied einer hübschen zukünftigen Braut so richtig auf Fahrt brachten! Nach wenigen Minuten wurden die Tische weggerückt und der ganze Laden stand kopf – Deutsche wissen einfach wie man feiert! J

Nach einer durchgezechten Nacht und wenig schlaf passierte mal wieder, was passieren musste – wir wurden vom Ranger geweckt!!! Gegen 7:30 klopfte es mehrmals an die Scheibe und wiederholte Wachrufe rissen uns aus dem verdienten Schlaf! Nach kurzen Diskussionen hagelte es mal wieder einen schönen Strafzettel, der sich auf $125 belief … die Schweine! L

Wie üblich mussten wir daraufhin den „Schlafplatz“ verlassen und quälten uns einige Kimometer weiter in eine Parkbucht des nächst kleineren Ortes, um endlich schlafen zu können – egal wie unbequem das auch auch aufallen sollte!!!

Entgegen aller erwartungen wachten wir doch irgendwann wieder auf und machten uns weiter nach Johanna Beach wo auch der „Great Ocean Walk“ (103 Kilometer lang) beginnt. Wir beschlossen es jedoch gemütlicher anzugehen und entspannten an einem Ausguck über der breit gefächerten Bucht während unter uns die Wellen über den Strand schlugen.

Diese Wellen sind auch der Grund für die außergewöhnliche Form des gesamten Küstenstreifens, auch bekannt als „Shipwreck Coast“ mit den „Twelve Apostles“ als seinem Highlight!

Dieses Highlight stand natürlich auch bei uns an oberster Stelle, sodass wir uns am folgenden Tag, wenn auch über einen kleinen Umweg durchs Inland, dorhinbegaben. Leider zeigte sich das Wetter an diesem Nachmittag nicht von seiner besten Seite und der erste Besuch bei den „zwölf Aposteln“ war von leichtem Regen bestimmt, was uns jedoch nicht davon abhalten konnte unsere Spuren im Sand zu hinterlassen! J

Mit aller Zeit der Welt im Rücken beschlossen wir einfach abzuwarten, um uns alles nochmal bei schönem Wetter angucken zu können. Als wir am folgenden Morgen durch strahlenden Sonnenschein geweckt wurden, stand Besuch Nr.2 am Weltkulturerbe „Twelve Apostles“ nichts mehr im Weg und wir fünf konnten endlich das genießen, was viele nur von Bildern kennen – der gesamte Küstenstreifen in leichte Sonne getaucht und die davor herausragenden Felsen!

Nach diesen Eindrücken und einem Abstecher zur ebenfalls berühmten „London Brigde“ ging die Reise weiter nach Warnambul. Dort wurde ausgiebig gegessen ehe wir am Abend auf einen kleinen Jahrmarkt gingen, Schiffsschaukel führen unduns mal wieder wie kleine Kinder fühlten! J

Unser letztes Ziel und zugleich das Ende der Great Ocean Road war der kleine Küstenort Port Fairy, welcher vor allem durch seinen Leuchtturm zu Berühmtheit gekommen ist. Nachdem dieser besichtigt war, wir eine verirrte Robbe im Hafenbecken gesehen und einige wilde Wallabies gefüttert hatten, ging es durchs Landesinnere zurück nach Melbourne.

 Auf dem Weg dorthin besuchten wir noch einen inaktiven Vulkan und wanderten in einem der Krater ehe wir nach einer ereignisreichen Woche zurück in der Stadt waren, die für die folgenden Monate unser neues Zuhause sein sollte. Doch bevor dieses letzte Kapitel beginnen konnt stand noch eine letzte größere Reise auf dem Programm – Tasmanien wir kommen!

… to be continued!

Die letzte Etappe auf dem Weg nach Melbourne führte über Phillip Island, das ca. 150 Kilometer per Auto von Melbourne entfernt ist, aber eigentlich nur 30 Kilometer Luftlinie weit weg liegt.

Bereits vor unserer Ankunft auf der Insel trafen wir uns mit Harald und Ingrid und kauften Verpflegung für vier gemeinsame Tage in einer Ferienwohnung ein – unter anderem eine Flasche feinsten Glenfiddich! ;) Was hier zunächst von höchster Priorität war: Sämtliche Klamotten waschen!!! Seit diesem und dem letzten Waschgang verging mehr als ein Monat und es wurde wirklich höchste Zeit … zuvor wurde eben in der Boxershort, die man einige Tage zuvor anhatte, geschwommen und geduscht! So ist eben das gute Backpackerleben;) Der Van wurde auf der Insel komplett ausgeräumt und alles in das schnuckelige Häuschen verlagert.

In diesen vier Tagen ließen wir es „ausnahmsweise“ locker angehen und es tat uns allen auch mal wieder gut, zur Ruhe zu kommen und für einige Tage etwas Platz, vor allem aber vergessenen Luxus, zu genießen. Auf dem Gelände trugen wir auch, parallel zu den Australian Open, die Phillip Island Open aus. Im Endspiel standen sich Zygan/Zygan und Langner/Gabriel gegnüber, welches in einem Satz 6:2 ausging!

Am Abend des dritten Tages schauten wir uns dann das an, wofür Phillip Island hoch berühmt ist: Die Pinguinparade! Ganz recht, in Australien gibts Pinguine. Jeden morgen watscheln 4000-5000 kleine Pinguine runter ans Meer, gehen den ganzen Tag auf die Jagd und kommen bei Sonnenuntergang mit hoffentlich gefüllten Mägen zurück, um sich selbst und die Kleinen ernähren zu können! Oberhalb des Sandstrandes liegen die winzigen Höhlen, in denen oftmals auch zwei Babys auf ihren Fisch warten. Die Pinguine sind von der Jagd total am Ende und die meisten müssen viele Pausen einlegen, da sie nach der „Arbeit“ noch 200 Meter bergauf watscheln müssen. Einige von ihnen sind sogar beim Rennen hingefallen, weil sie einfach zu erschöpft waren – Maggie Simpson lässt grüßen! :D Große Unterhaltung boten auch die Babys, die nach Stunden ohne Fressen aus ihren Höhlen gestürmt kamen und die müden Eltern einfach umgeschubst haben, da sie nicht länger aufs Essen warten konnten :D

Lukas hätte am liebsten einen der Pinguine mitgenommen, doch leider blieb es beim Staunen über die Anstrengungen der niedlichen Powerpinguine, die jeden morgen um fünf Uhr aufstehen, auf die Jagd gehen, nach 16 Stunden Arbeit und einer Stunde Rückweg (bergauf) heimkehren und dann noch terrorisiert werden :D Hut ab!

Und nun… schon wieder ein Highlight! Lukas und Konsto werden ein Halbfinale der Australien Open in Melbourne sehen! Am 27.01. um 19:30 steigt das erste Spiel zweier Toptennisprofis und wir schauen live in der Rod Laver Arena zu! Wir beide können es kaum erwarten, müssen aber noch zwei Tage lang Geduld walten lassen. 

Am 26.01. verlassen wir dann die Insel und können auf schöne vier sehr Tage zurückblicken, in denen wir vergessenen Luxus wiederfanden – ein voll gedeckter Frühstückstisch, Betten und ganz viel Platz! Und jetzt mal ganz konkret und ohne Spaß an alle zu Hause: Nach so einem Lebensstil wird einem erstmal klar, was Luxus ist und was die guten Eltern alles für einen tun!

Nach kurzer Fahrt erreichen wir also Melbourne und stellen den Van etwas außerhalb ab. Hier feiern wir am Abend den Abschied von Harald und Ingrid, die wir das letzte mal sehen bis wir wieder in good old germany sind.

Einen Tag später nimmt das Warten dann endlich ein Ende und wir zwei machen uns ab aufs Tennisgelände. Hier sind wir zunächst überrascht, da wir uns im Halbfinale geirrt hatten :D Wir dachten, dass Ferrer und Murray das erste Halbfinale spielen werden, sehen dafür aber Novak Djokovic (3) gegen Roger Federer (2) und haben mal wieder mehr Glück als Verstand!  

Demnach lachten wir zwei als Djokovic-Fans erstmal laut über unser Dummenglück kaputt und freuten uns umso mehr! Den halben Tag verbrachten wir zwei auf dem Gelände, spielten Wii-Tennis, nahmen Werbegeschenke dankend an und gingen natürlich in den Biergarten ;)

Um 18 Uhr waren wir dann endlich in der Rod Laver Arena und vollends begeistert. Das Publikum jubelte lautstark als die zwei Stars die Arena betraten und sich danach einen genialen  Ballwechsel nach dem andren lieferten. Djokovic wie gewohnt hochagressiv und Federer einfach ruhig und überlegt. So sollte der erste Satz vorerst keinen Sieger finden und nach dem 6:6 gab es den ersten Tie-Break, welchen Djokovic für sich entschied! Laute Schreie von Lukas und Konsto folgten;)

Über die restliche Zeit des Matches machten die Serben in der Arena einen riesen Lärm und der Schiri musste häufig zur Ruhe ermahnen – Kanisterköppe können einfach besser Aufruhr machen als die Schweizer. Im zweiten Satz führte Federer 5:2 und war dem Satzgewinn sehr nahe, doch Djokovic kämpfte sich eindrucksvoll zurück und gewann 7:5! Die Arena tobte, dem Lärm im Fußballstadion nahe. Im dritten Satz lief es einfach bei „Nole“, wie die Serben ihren Schützling nennen und er zog damit verdient ins Finale ein! Ein Fünfsatzmatch wäre uns beiden natürlich lieber gewesen, trotzdem waren wir von dem tollen Tennis, dass vor allem Djokovic gespielt hatte, von den Socken. Er gab später auch zu, sein wahrscheinlich bestes Tennis gespielt zu haben und sich jetzt einfach nur darauf freue, mit einer Packung Popcorn im Bett zu liegen und sich seinen Finalgegner im Fernsehen anzuschauen:D

 

Am Abend verließen wir Melbourne schon wieder, da wir nur noch eine Woche für die Great Ocean Road Zeit haben. Danach kommen wir aber wieder und werden mehr als drei Monate hier verbringen!

Mit tollen Eindrücken im Gepäck ging es nach ca. zwei Wochen in den Blue Mountains wieder Richtung Küste! Zuvor stand aber noch ein Rundumcheck für unser geliebtes Moped an und so fuhren wir geradewegs zurück nach Sydney. Dort angekommen wurden zuerst diverse Werkstätten abgeklappert, um anschließend mal wieder auf Schlafplatzsuche zu gehen. Dass dieser einer der Besondersten während unserer ganzen Reise werden sollte, wusste vorher jedoch niemand. Der als eigenlich kurzer Zwischenstop geplante Aufenthalt auf einem Parkplatz direkt gegenüber des Sydney Airports sollte sich dank eines sehr netten Parkwächters später als unser Schlafplatz herausstellen! Wir sahen Flugzeuge im Minutentakt starten und landen und genossen dabei den Sonnenuntergang am Horizont – einfach unglaublich!

Die Schönheitspflege des Mopeds abgeschlossen fuhren wir am nächsten Morgen zum Jervis Bay National Park. Dort angekommen ging es natürlich sofort zum Strand und ins Meer – wir waren schließlich seit mehr als zwei Wochen auf kaltem Meeresentzug! Nach einer mal wieder illegal verbrachten Nacht im Park entdeckten wir neue Strände und Buchten und hatten sogar das große Glück, dass sich ein Delfin zu uns verirrt hatte und nicht mehr als zehn Meter um uns herum schwamm! Auch wenn das nicht direkt als Schwimmen mit Delfinen zu werten ist, können wir uns jetzt gut vorstellen wie besonders dies sein muss! Nach einem ganzen Nachmittag mit Flipper verließen wir den Nationalpark und brachen nach Mollymook bzw. Ulladulla auf (ja die Namen sind mehr als komisch)!

In der folgenden Nacht sollten wir die wahrscheinlich coolsten Polizisten Australiens kennen lernen. Wieder direkt am Strand stehend und eigentlich wissend, dass man da nicht schlafen darf stellten wir uns auf den Besuch der „Gesetzeshüter“ ein. Nach nicht einmal fünf Minuten war es dann schon so weit und wir gingen stark davon aus mal wieder verschwinden zu müssen. Nach den üblichen „hey how are you“ Floskeln fragte Officer „wer auch immer“ den müden Konsto, ob er in einem Traum lebe!? Lukas verstand „are you living on green“ und vermutete schlimmes. Nach einem kleinen Hin und Her und Konstos Überzeugungskünsten, dass man auch auf dayareas schlafen darf, durften wir, obwohl beide Seiten wussten, dass das totaler Quatsch ist, letztenendes bleiben.

Nach dieser Nacht ging es auf Lukas Drängen hin nach Canberra – der Hauptstadt Australiens. Alle Warnungen bzw. Empfehlungen, dass in Canberra der Hund begeaben ist, ignorierend war vor allem Lukas der Meinung, dass man nicht ein Jahr durch ein Land reisen könne ohne dessen Hauptstadt zu sehen.

Wir machten uns also auf, die Stadt zu erforschen und fühlten uns auf Grund des Stadtbildes und der am Reisbrett geplanten Straßen wie in einer Zukunftsstadt. Als erstes musste natürlich das spektakuläre Parlament und alles drumherum erkundet werden.

  

Ziel Nummer 2. war dann … ja also!? Da liegt auch das Problem an Canberra. Wie alle vorher gesagt hatten gibt es hier sonst nichts zu sehen – absolut nichts! Wir liefen durch die vermeintliche Innenstadt und fühlten uns beinahe wie in einer verlassenen Geisterstadt! Kaum Menschen, keine Stimmung, kein Garnichts! Das einzig weitere highlight neben dem Parlament war, dass man bei subway kostenlos seine Getränke nachfüllen konnte, was so ziemlich alles über die Hauptstadt Australiens aussagt – Wa wa was, was machen!?

Der Umweg ins Landesinnere hatte sich nun wirklich nicht gelohnt und wir verließen Canberra so schnell wie möglich! Um zurück in Küstennähe zu kommen, führte uns der Weg durch die Snowy Mountains – in den „Wintermonaten“ das australische Skigebiet! Ja ganz richtig: In Australien kann man auch Ski fahren!!! Das Mekka aller australischen Pistenraudis bildet der kleine Ort Cooma. Die lange Hauptstraße ist von Ski- und Snowboardvermietern gepflastert und am Ortsausgang liegt die Tankstelle „Hannas Ski-Hof“. Natürlich konnten wir uns das Lachen nicht verkneifen und fühlten uns zugleich ein bisschen heimisch!

Da wir jedoch außerhalb der Saison in Down Unders Ischgl waren, verbrachten wir nur die Nacht dort, um am kommenden Morgen nach Merimbula zu fahren – Annas zweite Heimat.

Nach einem halben Jahr als Aupair im Küstenstädtchen wusste unsre Anna natürlich genau was wo ist und führte uns direkt an eine kleine, aber umso schönere Bucht. Der Tag plätscherte so vor sich hin und später ging es mal wieder zu Mäcces! Eigentlich ist der Besuch beim goldenen M nichts besonderes, aber an diesem Abend sollte es doch anders kommen. Wir schlugn die Zeit tot und kurz bevor wir wieder zum Schlafplatz in der Bucht aufbrechen wollten, geht plötzlich die Tür auf und eine junge Frau rennt voller Begeisterung auf uns zu! Eigentlich sind wir drei ja an diese Art von Reaktion gewöhnt, doch es war anders als sonst. Die begeistertre Frau war nicht irgendeine Unbekannte, nein es war eine alte Freundin aus Cairns! Nach ca. vier Monaten ohne voneinander zu hören trafen wir Lisa, mit der wir die erste Woche in Cairns auf einem Parkplatz verbracht hatten und ihre Freundin Lea! Das alles um 23:00 Uhr und 2500 Kilometer vom letzten Wiedersehen entfernt – Die Welt ist ein Dorf!

Natürlich musste das unerwartete Wiedersehen ordentlich gefeiert werden und wir deckten uns umgehend mit 12 Litern Wein ein! Als beide Campervans ihren Weg zur Bucht gefunden hatten schlossen sich kurz danach ein Paar aus Kanada und ein Franzose der lustigen Truppe an und die Party ging so richtig los. Gefeiert wurde bis in die frühen Morgenstunden und die Abkühlung im Meer gegen 3:00 Uhr Morgens durfte selbstverständlich auch nicht fehlen.

Dieser Abend setzte allen deutlich zu, wodurch man den kommenden Tag mehr oder weniger vergessen konnte, aber wie jeder weiß, brauchen selbst Superhelden wie wir mal eine Pause!

Tag 2. Nach der großen Nacht waren alle wieder fit und es ging weiter nach Lakes Entrance. Wie der Name schon vermuten lässt ist hier alles voller kleiner Flüsse und Wasserwege, sodass es wirklich auf der Hand lag sich ein Boot zu mieten und unsre Seefahrerkünste auf die Probe zu stellen. Den Piratenhut und die Augenklappe tragend machten sich Lisa, Lea, Anna, Mariana und natürlich wir drei Eier auf unser kleines Schiffchen, das wir liebevoll „Bott das Boot“ nannten!

Mit dem Segel im Wind bzw. die kleine Schraube im Wasser, kaltes Bier in der Kühltruhe und natürlich die Angeln in der Hand fuhren wir vier Stunden durch die hart umkämpften Gewässer von Lakes Entrance. Mit steigendem Alkoholpegel und immer besser werdender Laune kam es auch zum ein oder anderen Gefecht auf unserm Bott^^ sodass es plötzlich „Mann bzw. Frau über Bord!“ hieß! Da sich alle auf dem oberen Deck tummelten wurde der Platz immer weniger und Lisa flog bei einem kleinen Manöver von Kapitän Robin über die Reling. Das war jedoch noch nicht genug und beim Abflug wurde eine der kleinen Bordscheiben zertrümmert!

Doch da selbst die schönsten Stunden irgendwann vorbei sind fuhren wir samt kaputter Scheibe zurück zur Anlegestelle. Wie alle guten Piraten wurde Abends noch zusammen gesessen und bei einem kalten Glas Goon über die rauhe See philosophiert – ARRRR!

Unser letztes Ziel vor dem Wiedersehen mit Konstos Eltern war der Nationalpark „Wilsons Promontory“. Nach einer langen Fahrt waren wir endlich an der Kontrollstation zum Park angekommen und freuten uns auf schöne Stunden am Strand. Um zu diesem zu kommen mussten wir noch eine Anhöhe überwinden und an ihrer Spitze angekommen eröfnette sich uns ein Ausblick der schöner kaum hätte sein können! Wir sahen den ganzen Küstenstreifen mit all seinen Stränden und in Felsen geschützten Buchten und als uns der erstbeste Weg zur „Whiskey Bay“ fürhte, war es entgültig ein perfekter Tag!

Nach stundenlangem Schwimmen, Klettern und Bräunen kickten wir noch mit einem Belgier und einem Berliner (Nein kein Kreppel!) am Strand und ließen den Tag bei einem schönen Sonnenuntergang ausklngen.

Am nächsten Morgen ging es bestens gelaunt und sichtlich erholt nach Phillip Island, um die letzten Tage von Haralds und Ingrids Abenteuers Australiens zusammen zu verbringen und auf die vergangenen zwei Monate anzustoßen!

Am 5.1 ging es dann nach monatelangem Stadtleben und Drängen durch Menschenmengen zurück in die “wilde” Natur. Wir verließen das uns kurz wiederbeherbergende Sydney und furhen in die ca. 150 Kilometer westlich liegenden Blue Mountains, welche unter anderem die weltbekannten “three sisters” ihr eigen nennen! Auf dem Weg auf 1050 Meter Höhe wurde unser geliebtes Moped auf Herz und Nieren geprüft und selbst das trübe und regnerische Wetter konnte uns nicht stoppen! Jedoch war dies ein kleiner Vorgeschmack auf die Wetterbedingungen, die uns in den Folgetagen immer wieder heimsuchen sollten. Nichtsdestotrotz freuten wir mittlerweile fünf uns riesig auf die Tage im Gebirge und waren uns sicher, einfach das Beste aus der Situation zu machen! Die erste Nacht wurde mal wieder auf einer verlassenen Rest Area verbracht und Lukas machte dumme Witze über einen angeblich um den Bus schleichenden Mann mit Hund, wodurch zumindest unseren Mädels Angst und Bange war! Trotz Schock und vergleichsweise wenig Schlaf ging es dann für alle früh morgens nach Katoomba, was unser erstes Ziel in den Mountains war. Dort angekommen trafen wir uns mit Konstos Eltern, um kurz darauf direkt weiter zu John und Debby, ein kroatisches Ehepaar, das wir in Sydney kennengelernt hatten, zu fahren. Nach der regelrechten Schlacht mit den beiden am Buffet des Sheraton wenige Tage zuvor wussten wir schon, was uns bei der Einladung zum Australian BBQ erwarten sollte. Die Unmengen an Fleisch und Bier ließen uns trotz allem mit offenem Mund im Garten der Villa stehen.

Nach einer gemütlichen Runde in Johns Billard- und Gamingroom wurde gegessen und die Einladung, über Nacht zu bleiben und in einem gemütlichen Bett schlafen zu können, nahmen wir natürlich dankend an! Es ist schon verrückt, dass man Leute einmal sieht, prompt zum BBQ eingeladen wird, das beste Essen, gutes Bier (in Australien nicht oft zu finden) und ein warmes Bett angeboten bekommt! Somit hatten wir nach langer Zeit mal wieder die Möglichkeit, bequem zu schlafen und vor allem ordentlich zu frühstücken!

In Katoomba angekommen waren wir demnach fit für den ersten Marsch über Stock und Stein! Kaum losgelaufen wurde uns jedoch früh bewusst, was wir Tags zuvor schon befürchtet hatten – es regnete und man konnte nur gefühlte 10 Meter weit gucken! Nach einer kleinen Runde und einem zumindest aus der Nähe nur noch leicht verschwommenen Blick auf eine der “three sisters” brachen wir die erste Wanderung ab und gingen zurück Richtung Bus. Als wir am nächsten Morgen aufwachten, trauten wir unsernen Augen kaum – Die Sonne knallte regelrecht und unsere Gesichter strahlten entsprechend! Den Rucksack gepackt ging es für Konstos Eltern, die Mädels und natürlich für uns sechs Eier zum Startpunkt oberhalb der “three sisters”. Bereits an unserem Startpunkt bot sich uns ein traumhafter Ausblick auf den nicht enden wollenden Gebirgszug mit all seinen Schluchten, kleinen Wasserfällen und Felsformationen. Um diese jedoch aus der Nähe beobachten zu können, galt es zuerst, die 1021 Stufen ins Tal hinter sich zu bringen und wir können alle mit Fug und Recht behaupten, dass Treppen runter steigen auch sehr hart sein kann!!!

Nach der langen Wanderung durchs Tal ging es mit einer Bergbahn zurück zur Aussichtsplattform und anschließend neigte sich ein langer Tag bei Pizza und Bier dem Ende zu. Am Folgetag hieß es vorerst Abschied von Harald und Ingrid zunehmen, da beiden das Abenteuer Outback inklusive dem australischem Wahrzeichen schlecht hin (Ayers Rock) bevorstand. Wir entschlossen uns für die kommenden Tage bei den Wentworth Falls Quartier zu beziehen und parkten das vollgepackte Moped am Visitor Parkplatz in ca. zehn minütiger Entfernung zum Wasserfall!

Bereits am Ankunftstag packte uns die Neugier und wir machten uns samt Badehose und Bikini auf die umliegenden Wege in Richtung Falls zu erkunden. Nach einer kleinen Wanderung bis zum oberen Einstieg kämpften wir uns durch das seicht fließende Wasser, was sich zu einem immer stärker werdenden Fluss entwickelte, je näher man dem Felsvorsprung kam.

Es ging über zwei kleine, etwa fünf Meter hohe Wasserfällchen bis man den zum Schwimmen – in unserem Fall natülich auch zum nötigen Waschen – gekennzeichneten Naturpool am Rande der Felsen erreichte. Die Abkühlung genossen gingen wir zurück zun Parkplatz, um unsre leeren Mägen mit Instant Nudeln zu stopfen. Da für den kommenden Tag eine größere Wanderung anstand, schlugen alle so kräftig zu, dass wir uns wie die Maden im Speck fühlten und zum allabendlichen Dvd gucken regelrecht in den Bus krochen. Mal wieder von der Sonne geweckt galt es für uns alle, die festen Wanderschuhe anzuziehen und uns durchs Gebirge zu kämpfen. Unsere Mädels schlugen sich erstaunlich gut und nach vier Stunden erreichten wir erleichtert unser Moped! Nach einer weiteren von Schnarchen geprägten Nacht wachten wir drei für unsere Verhältnisse früh auf und machten uns auf den langen Weg. Unser Einstiegspunkt lag oberhalb der Wentworth Falls, von wo aus ein laut Plan acht stündiger Marsch entlang der Felsformationen startet, über Leitern und mit Seilen versehenen Felsen hinab ins Tal führt und sich einmal rund um den Gebirgszuges zieht.

Auf halber Strecke lag ein unbefestigter Weg zu einem weiteren, eher versteckten Wasserfall und uns drei wurde bereits durch die Warnung, diesen nur mit einem Giude zu gehen, bewusst, auf was wir uns eingelassen hatten! Ein Abbruch kam jedoch nicht in Frage und wir machten uns auf den Weg nach unten!

Den Abstieg noch relativ locker hinter uns gebracht ging es nach ein paar Schnappschüssen wieder an dem Aufstieg. Bereits nach wenigen Schritten brannten die Oberschenkel und man spürte jeden Muskel unter den wassertriefenden Wanderklamotten. Trotz immer wieder notwendigen Pausen erreichten wir nach nur fünf Stunden den Carpark! Dort galt es sich zunächst von Heerscharen an Blutegeln zu befreien, die den Ab- sowie Aufstieg alles andere als Angenehm gemacht hatten. Während Konsto und Robin mehr oder weniger unbeschadet davon kamen, hatten sich drei dieser Biester in Lukas Schuhe geschlichen und ordentlich zugebissen. Das Resultat waren zwei leicht blutende Bisse am Knöchel und eine stärker blutende Wunde an der Ferse! Auf diesen Schock musste natürlich ersteinmal gegessen werden und da traf es sich gut, dass unsre Mädels uns mit “chicken tonight”, was eine Art Geschnätzeltes ist, verwöhnten – Vielen Dank an dieser Stelle! :) Erschöpft legten wir uns am Abend schlafen und verließen am Morgen die Blue Mountains mit vielen schönen und unvergesslichen Eindrücken und können jedem, der in dieses Land kommt, nur Nahe legen, sich einige Tage für diesen Abschnitt Australien zu nehmen!